Unabhängiger Ratgeber · Stand Oktober 2026

Heizen mit Umweltwärme. Verständlich erklärt.

Wie eine Wärmepumpe arbeitet, ob sie zu Ihrem Haus passt, was sie kostet und welche Förderung es gibt. Sachlich, ohne Verkaufsabsicht.

Vergleich

Warum Wärmepumpe statt Gas oder Öl

Ein Kessel verbrennt Brennstoff und kann nie mehr Wärme liefern, als darin steckt. Eine Wärmepumpe verbrennt nichts. Sie holt den größten Teil der Wärme aus der Umgebung und braucht Strom nur für den Antrieb.

Aus 1 kWh eingesetzter Energie werden

Gas- oder Ölheizung

Erdgas oder Heizöl wird verbrannt. Auch beim Brennwertkessel geht dabei etwas verloren.

knapp 1 kWh

Wärmepumpe

1 kWh Strom treibt die Pumpe an, der Rest ist Umweltwärme aus Luft, Erde oder Wasser.

3 bis 4 kWh

Ein Feld entspricht 1 kWh Wärme. Das umrandete Feld zeigt die Spanne: Luft-Wasser-Wärmepumpen im Bestand erreichen typisch 3 bis 4, Erdwärme meist mehr.

  • Weniger Energie

    Für dieselbe Wärme braucht eine Wärmepumpe nur rund ein Drittel bis ein Viertel der Energie, die ein Kessel verbrennt.

  • Weniger CO₂

    Im Haus wird nichts verbrannt. Mit jedem Prozent Ökostrom im Netz sinken die Emissionen weiter, die eines Kessels bleiben gleich.

  • Kein CO₂-Preis

    Auf Gas und Öl fallen 2026 und 2027 zwischen 55 und 65 € je Tonne CO₂ an. Ab 2028 soll der EU-Emissionshandel übernehmen, dann bildet sich der Preis am Markt.

  • Weniger Aufwand

    Kein Öltank, keine Brennstofflieferung, kein Gasanschluss und keine Abgasmessung durch den Schornsteinfeger.

Was Sie auch wissen sollten

Die Anschaffung ist teurer als ein neuer Gaskessel. Wie günstig der Betrieb wird, hängt vom Strompreis und von der Jahresarbeitszahl ab. Die Förderung gleicht einen großen Teil der Mehrkosten aus.

Förderung ansehen

Grundlagen

So funktioniert eine Wärmepumpe

Ein Kältemittel läuft in einem geschlossenen Kreislauf. Es nimmt draußen Wärme auf und gibt sie im Haus an das Heizwasser ab. Strom braucht vor allem der Verdichter.

  1. Verdampfen

    Das Kältemittel nimmt Wärme aus Luft, Erde oder Wasser auf und verdampft schon bei niedrigen Temperaturen.

  2. Verdichten

    Ein elektrischer Verdichter presst den Dampf zusammen. Druck und Temperatur steigen deutlich an.

  3. Verflüssigen

    Im Wärmetauscher gibt das heiße Gas seine Wärme an das Heizwasser ab und wird wieder flüssig.

  4. Entspannen

    Ein Expansionsventil senkt den Druck. Das Kältemittel kühlt ab, und der Kreislauf beginnt von vorn.

Förderung

Bis zu 80 Prozent Zuschuss

Die Heizungsförderung der KfW setzt sich aus einer Grundförderung und Boni zusammen. Den Antrag stellen Sie bei der KfW, bevor die Arbeiten beginnen.

  • 30 %Grundförderung

    Für alle Antragsberechtigten im Wohngebäude.

  • 16 %Klimageschwindigkeitsbonus

    Für Selbstnutzer, die eine fossile Heizung ersetzen.

  • bis 40 %Einkommensbonus

    Für Selbstnutzer mit zu versteuerndem Haushaltseinkommen bis 50.000 €, mit Kind bis 60.000 €.

  • 22.400 €Höchstzuschuss

    80 % von 28.000 € förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit, bis 31.01.2027.

Was sich 2027 ändert

  • Ab 1. Februar 2027 sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus auf 12 %, danach jedes Halbjahr um weitere 4 Prozentpunkte.
  • Die förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit sinken ab Februar 2027 halbjährlich um 750 €.
  • Im ersten Quartal 2027 ist eine Grundförderung von 15 % geplant, mit 15 % Bonus für Geräte aus der EU.

Stand: Oktober 2026, nach Angaben der KfW. Kein Rechtsanspruch, gefördert wird im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.

Eignung

Passt eine Wärmepumpe zu meinem Haus?

Fünf Punkte geben eine erste Einschätzung. Die genaue Auslegung übernimmt ein Fachbetrieb.

  • VorlauftemperaturDas Haus wird an kalten Tagen mit höchstens rund 55 °C Vorlauf warm.
  • HeizflächenGroße Heizkörper oder eine Fußbodenheizung erleichtern den Betrieb, sind aber keine Pflicht.
  • AufstellortFür das Außengerät gibt es Platz mit ausreichend Abstand zum Nachbarn.
  • StromanschlussHausanschluss und Zählerplatz erlauben einen eigenen Wärmepumpentarif.
  • HeizlastEine raumweise Heizlastberechnung liegt vor oder ist beauftragt.

FAQ

Häufige Fragen

Brauche ich eine Fußbodenheizung?

Nein. Viele Bestandsgebäude kommen mit den vorhandenen oder einzeln getauschten Heizkörpern aus. Wichtig ist eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur.

Funktioniert eine Luftwärmepumpe auch im Winter?

Ja. Auch bei Minusgraden enthält die Außenluft nutzbare Wärme. An sehr kalten Tagen sinkt die Effizienz, für diese Spitzen ist meist ein Heizstab eingebaut.

Wie laut ist das Außengerät?

Das hängt von Gerät, Aufstellort und Abstand ab. Für Wohngebiete gelten die Richtwerte der TA Lärm. Ein Schallrechner hilft, den Standort früh zu prüfen.

Was kostet der Betrieb?

Wärmebedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl ergibt den Stromverbrauch. Bei 15.000 kWh Wärme und einer JAZ von 3,5 sind das rund 4.300 kWh Strom pro Jahr, multipliziert mit Ihrem Strompreis.

Quellen und Hinweise

Alle Angaben ohne Gewähr. Die Inhalte ersetzen keine Beratung durch einen Fachbetrieb oder eine Energieeffizienz-Expertin.